8 Tipps, wie der Umzug ins Ausland am besten gelingt 

Wer aus beruflichen Gründen ins Ausland umzieht, muss Vieles organisieren und entscheiden. All das wird noch komplexer, wenn Kind und Kegel involviert sind. Inspiriert durch meine eigenen Erfahrungen habe ich im Folgenden meine Tipps für ein entspanntes Ankommen im Ausland zusammengefasst.

Doch zunächst einmal eine Übersicht der wichtigsten ToDos vor und nach der Abreise:

Die letzten Wochen und Tage im Heimatland

  • Haushalt auflösen bzw. Wohneigentum verkaufen oder vermieten
  • Hausrat sortieren, ausmisten, einlagern etc.
  • Verträge und Versicherungen kündigen bzw. Verträge auf internationale Gültigkeit umstellen
  • Mitgliedschaften in Vereinen etc. kündigen
  • Kitaplatz kündigen und Abschiede in Kita/ Schule bzw. in Vereinen organisieren
  • Ausgiebig von Familie und Freunden verabschieden
  • Internationalen Führerschein beantragen, Auszug aus dem Register beim Kraftfahrtbundesamt anfordern (in englischer Sprache!)
  • Arztdokumente zusammensuchen
  • Wichtige Dokumente digitalisieren
  • Vollmachten ausstellen
  • Nachsendeauftrag für die Post
  • Wohnsitz abmelden

Tipp: Bei einem Umzug ins Ausland hat man oftmals Sonderkündigungsrechte und ist nicht in jedem Fall an die gesetzlichen Kündigungsfristen gebunden. Für einige Kündigungen benötigt man die amtliche Abmeldebestätigung des Wohnsitzes (z.B. GEZ) – eine Wohnsitzab- bzw. -ummeldung ist aber erst ein bis zwei Wochen vor Ausreise möglich.

Die ersten Tage und Wochen im Ausland

  • Haus-/ Wohnungssuche, Organisieren einer Zwischenunterkunft
  • Autokauf
  • Bankkonto eröffnen (inkl. Partnerkarte)
  • (Zusatz-)Versicherungen abschließen
  • Handykarte kaufen
  • Telefon/ Internet anmelden
  • Kita-/ Schulsuche
  • Einkaufsmöglichkeiten erkunden
  • Das neue Gesundheitssystem kennenlernen, Arztsuche
  • Erkundungstouren durch Stadt und Umgebung

Eine Entsendung durch ein Unternehmen ist oftmals der Grund für einen beruflichen Umzug ins Ausland. Die damit verbundene organisatorische und finanzielle Unterstützung der gesamten Familie erleichtert zwar den Übergang von einem Land ins andere, dennoch kann einem das entsendende Unternehmen nicht alle Aufgaben und Entscheidungen abnehmen.

Hier nun also 8 Tipps, wie die Umsiedlung ins Ausland möglichst reibungslos verläuft

#1: Orientierungsreise einige Monate vor dem Umzug

Bei einer Entsendung durch ein Unternehmen, gehört eine Orientierungsreise (der sog. Look-and-See-Trip) meist selbstverständlich zur Umzugsvorbereitung dazu. Aber auch wer auf eigene Faust ins Ausland umzieht, sollte diese Reise unbedingt einplanen und auf jeden Fall den/die Partner/in mitnehmen sowie je nach Alter auch die Kinder.

Es ist für die erste Orientierung ungemein hilfreich, wenn man schon ein paar Tage in der neuen Stadt verbracht hat.

Wer mehr wissen will:

> Tipps zur Organisation der Orientierungsreise
> Erfahrungsbericht zum Look-and-See-Trip nach Kanada
> Wie man den mitreisenden Kindern den Umzug erleichtern kann

#2: Zeitversetzter Umzug der Beteiligten

Es mag zwar insbesondere für Familien schön sein, gemeinsam in das neue Leben im Ausland zu starten. Aber deutlich entspannter ist es, wenn zunächst ein Partner allein umzieht und so die Gelegenheit hat, sich bereits um die wichtigsten organisatorischen Angelegenheiten zu kümmern.

Natürlich ist diese Trennung für alle Beteiligten nicht einfach, allerdings müssen im Heimat- und Einsatzland verschiedenste Dinge parallel geklärt werden, sodass es extrem hilfreich ist, in beiden Ländern einen Verantwortlichen vor Ort zu haben.

Aus eigener Erfahrung: Mein Mann ist einen Monat vor mir und unserer Tochter umgezogen. In dieser Zeit habe ich den gesamten Umzug in Deutschland abgewickelt sowie sämtlichen offenen Papier“kram“ erledigt. In der Zwischenzeit hat mein Mann Häuser besichtigt, ein Auto (plus Kindersitz) gekauft, sich um eine Zwischenunterkunft gekümmert, den besten Handytarif herausgesucht. Als wir dann nachgekommen sind, mussten wir nur noch gemeinsam eine Kita für unsere Tochter finden und schon waren die wichtigsten Eckpfeiler (Arbeit, Haus, Kinderbetreuung) für das Leben im Ausland geklärt.

#3: So schnell wie möglich einen Handyvertrag abschließen

Besonders in den ersten Tagen im Ausland stehen viele Behördengänge an, es muss viel telefoniert oder mal eben im Internet nachgeschlagen werden. Extrem hilfreich ist es also, so schnell wie möglich einen regionalen Handyvertrag abzuschließen. Somit ist man immer und überall mobil – unabhängig von Wlan-Verfügbarkeit und Roaming.

Aus eigener Erfahrung: Treue Begleiter und Helfer auf dem Smartphone sind in der ersten Zeit Apps wie google maps (Offlinekarten der Zielregion herunterladen), Dropbox (Zugriff auf die wichtigsten Dokumente), Online-Wörterbuch (egal, wie flüssig man in einer Sprache ist, ab und an fehlt doch einmal ein Wort).

#4: Wichtige Dokumente in der Dropbox ablegen

Es empfiehlt sich, Pässe, Visa, Arbeitserlaubnis, Führerschein und andere Dokumente zu digitalisieren. Werden diese dann in einem gemeinsamen Ordner in der Dropbox abgelegt, haben alle Beteiligten gleichzeitig und überall Zugriff auf die wichtigsten notwendigen Informationen. Dies ist noch einmal mehr von Bedeutung, wenn nicht die gesamte Familie gleichzeitig umzieht.

#5: Scan-App auf das Handy laden

Für Smartphones gibt es Scan-Apps, mit denen Dokumente schnell digitalisiert und per E-Mail versendet werden können.

Warum ist das wichtig? Besonders kurz vor der Abreise und in der ersten Zeit im Ausland erhält man Bestätigungen oder wichtige Informationen auf Papier, die im Heimatland oder vor Ort für weitere organisatorische Dinge relevant sind.

#6: Balance zwischen Alltag und „Urlaub“ herstellen

Es ist natürlich kein Urlaub, wenn man aus beruflichen Gründen für eine gewisse Zeit ins Ausland zieht. Dennoch sollte eines nicht zu kurz kommen: das Genießen.

Schlimm wäre es, wenn man sich sofort im Alltag verliert, denn dieser kommt noch früh genug. Trotz der vielen organisatorischen Dinge, die zu erledigen sind, ist man neu in der Stadt und in der Region. Also: Kamera schnappen, Touriprogramm starten – zumindest „once in a while“.

Aber es ist ein zweischneidiges Schwert.

Denn trotz des (berechtigten) Urlaubsfeelings kurz nach dem Umzug, müssen Strukturen und ein gewisser Alltag aufrecht erhalten werden. Und das ist vor allem für die mit umgezogene Familie gar nicht so einfach. Der Hausrat befindet sich vermutlich noch auf der Reise ins Zielland, es muss also improvisiert werden. Kita oder Schule sind noch nicht gestartet etc. So muss dafür gesorgt werden, dass jeden Tag ein Programmpunkt auf dem Plan steht, sodass vor allem den mitreisenden Kindern nicht die Decke auf den Kopf fällt.

#7: Socializing und Kontakte knüpfen

In der neuen Heimat Anschluss zu finden, ist für die reibungslose Integration das A&O. Und hierfür gibt es verschiedenste Wege: neue Arbeitskollegen, Nachbarn, andere Expatriates, Spielplätze, Sportkurse für groß und klein.

Aus eigener Erfahrung: Weil wir gern Gäste empfangen, haben wir schon mehrfach die Arbeitskollegen meines Mannes eingeladen. Was für uns selbstverständlich ist, ist für die Nordamerikaner etwas ganz Besonderes und wird sehr wertgeschätzt. Sie danken es uns mit einer enormen Hilfsbereitschaft und den ein oder anderen Tipp, der in einer neuen Stadt wirklich Gold wert ist.

#8: Die Wurzeln nicht vergessen

Insbesondere in der ersten Zeit nach dem Umzug ins Ausland ist der Kopf voller Eindrücke – das Gesehene und Erlebte muss verarbeitet werden. Und natürlich sind da Familie und Freunde in der Heimat, die sehnsüchtig auf Neuigkeiten warten.

Aus eigener Erfahrung: Insbesondere in den Tagen vor und nach dem Umzug häuften sich in meinem E-Mailpostfach und bei WhatsApp Nachrichten von der Familie und von Freunden. Es ist unglaublich toll, wieviel Anteil an unserem Abenteuer Ausland genommen wird. Leider kann man nicht allen so ausführlich antworten, wie man es möchte. Auch hier hilft die Digitalisierung ungemein. Bei WhatsApp nutzen wir Gruppen, in denen wir Photos und kurze Erlebnisberichte verschicken. Gern auch mal ein Video. Außerdem kann man über WhatsApp wunderbar telefonieren. Mittlerweile habe ich außerdem einen Instagram-Account, sodass jeder, der mag, einen Einblick in das Expat-Leben meiner Familie und mir bekommen kann.

Kommentare, Hinweise, Anregungen?

Ich freue mich auf einen spannenden Austausch, kritische Anmerkungen und Fragen!

Ein Gedanke zu “8 Tipps, wie der Umzug ins Ausland am besten gelingt 

  1. Pingback: Der erste Monat als „Expat“ – Alltag kehrt ein | Karrierepfa.de

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