Für drei Tage nach Übersee – Geldverschwendung? Im Gegenteil!

Vor dem beruflichen Schritt ins Ausland, fliegen viele „mal eben kurz rüber“.

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5 Tage inklusive Hin- und Rückreise, viele Fragen, wenig Zeit. Warum sich ein sogenannter Look-and-See-Trip vor der endgültigen Ausreise lohnt und worauf man achten sollte…

Ein Look-and-See Trip, was ist das?

Vor einem beruflichen Wechsel ins Ausland darf der zu entsendende Mitarbeiter mit seiner Familie ins Zielland fliegen. In der Regel werden hierfür 3-5 Tage investiert (finanziert durch das entsendende Unternehmen).

Der Look-and-See-Trip hat zwei mögliche Funktionen:

  1. In manchen Fällen ist die Erkundungsreise die Entscheidungsgrundlage dafür, ob der berufliche Schritt ins Ausland gewagt wird. In diesem Fall reist der/die zu entsendende Mitarbeiter/in ins Zielland, um sich – gemeinsam mit dem/der Partner/in und ggf. Kind(ern) –  ein Bild der örtlichen Gegebenheiten zu machen. Erst danach wird die Entscheidung getroffen: JA/NEIN, ich stimme der Entsendung (nicht) zu.
  2. Oder aber: Die Entscheidung steht bereits fest. Dann dient der Trip zwar auch dem ersten Eindruck der Stadt, aber vor allem dazu, erste organisatorische Fragen zu klären, ggf. Wohnungen zu besichtigen etc.

Ein erstes Ankommen

Was wichtig ist: Nicht von einem Termin zum anderen zu hetzen, sondern das Flair der Stadt aufzusaugen, auch mal gemütlich einen Kaffee zu trinken, Leute zu beobachten. Es geht darum, ein Gefühl für die zukünftige Heimat (auf Zeit) zu gewinnen. Dies geht nur, wenn man sich auf Land und Leute einlässt und in der Kürze der Zeit ein Gespür dafür bekommt, wie das Leben in den nächsten Jahren ablaufen kann. Natürlich sage ich damit nicht, dass man in ein paar Tagen, Land und Leute versteht, aber für ein erstes Gefühl wird es reichen.

Ideen:

  • eine Stadtrundfahrt machen
  • eine Linie des öffentlichen Nahverkehrs von vorn bis hinten durchfahren
  • nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß oder auf dem Fahrrad die Stadt erkunden
  • abends verschiedene Restaurants besuchen, oftmals kommt man mit den Nachbarn ins Gespräch
  • sich auf einen Kaffee mit in der Stadt lebenden Expats trinken und diese ausfragen
  • und und und (Wer noch weitere Tipps benötigt, kann sich gern an mich wenden!)

Allgemeine Informationen sammeln

Auch wenn man nicht als Tourist kommt, sondern mit der Absicht, in diese Stadt zu ziehen – alle Informationen, die sich auch Touristen zu Beginn ihrer Reise suchen, sind für den Start der Erkundungsreise gut geeignet.

Also, auf in die Touristeninformation und Infomaterialien sammeln:

  • Stadtpläne
  • Stadtmagazine
  • Linienplan der öffentlichen Verkehrsmittel
  • Veranstaltungspläne
  • Infomaterialien zu Ausflugszielen

Spätestens mit dem Stadtplan findet man dann auch ganz einfach zum zukünftigen Arbeitsplatz des entsendeten Partners. Zumindest von außen kann man sich diesen dann auch schon einmal anschauen und weiß, wohin die Reise dann bald führt.

Noch ein Tipp: Jede/r hat Produkte des täglichen Bedarfs, auf die er/sie auch im Ausland nicht verzichten möchte. Es kann sich also lohnen, in einem Supermarkt/Drogerie die Regale abzulaufen und sich zu notieren, welche Dinge aus der Heimat importiert werden sollten. Diese dann unbedingt in den Container packen – außer natürlich verderbliche Lebensmittel. Natürlich will man im neuen Land ankommen und sich auf die neue Situation einlassen, aber auf manches kann man einfach nicht verzichten.

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Ich zum Beispiel könnte im Ausland nicht auf Schwarzbrot verzichten. Also entweder selber backen oder – yuchuuh – es im Supermarkt finden!

Überblick über den Immobilienmarkt verschaffen

Ob nun zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto, man sollte sich einen Überblick über potentielle Wohnviertel verschaffen:

  • Lage und öffentliche Verkehrsmittel
  • Infrastruktur und Einkaufsmöglichkeiten
  • Kitas/ Schulen in der Nähe

Je nach Zeitpunkt der Orientierungsreise kann es sinnvoll sein, auch bereits Termine mit Maklern für erste Wohnungs-/ Hausbesichtigungen zu vereinbaren.

In diesem Zusammenhang ist es hilfreich, ein Anforderungsprofil für die Wohnungs-/ Haussuche zu formulieren: Was ist mir wichtig? Garten? Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Anzahl von Zimmern? Preisliche Vorstellung? …?

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Wo kann man es sich vorstellen, zu wohnen?

Im Nachgang sollte man sich ggf. eine pro- und contra-Liste für die verschiedenen Wohnviertel erstellen und sich Notizen machen. So wird die Wohnungs-/ Haussuche vom Heimatland aus deutlich leichter.

Was sich noch lohnt: einfach mal in ein Maklerbüro reingehen und aufgetretene Fragen adressieren. Das Angebot der Makler, in den Email-Verteiler aufgenommen zu werden annehmen bzw. darum bitten.

Übersicht verfügbarer Kindergärten/ Schulen

Wer mit Kind und Kegel ins Ausland geht, muss je nach Alter des Kindes/ der Kinder auch nach Kinderkrippe, Kindergarten oder Schulen suchen. Hierbei sollte man sich im Vorfeld überlegen, ob das Kind eine deutsch- oder englischsprachige Einrichtung besuchen soll und Anforderungen sowie Fragen formulieren. Anschließend eine Übersicht verfügbarer Einrichtungen erstellen und Informationsgespräche vereinbaren.

Tipp: Wenn man nicht eine bestimmte Einrichtung im Blick hat, sollte die Suche nach einer Kita oder Schule erst dann erfolgen, wenn man bereits eine Wohnung oder ein Haus gefunden bzw. sich zumindest für ein bestimmtes Viertel entschieden hat.

Hinweis: Es ist wahrscheinlich, dass sich die Bildungssysteme von Deutschland und dem Zielland unterscheiden. Darüber sollte man sich also im Vorfeld informieren. In Nordamerika zum Beispiel gibt es für unter Dreijährige oftmals gar keine Betreuung, ab 4 Jahren beginnt die Vorschule. So gibt es also länderspezifische Unterschiede und Feinheiten.

Erste organisatorische Dinge klären

Wofür sich ein Look-and-See-Trip außerdem sehr gut eignet:

  • Handykarte kaufen, sodass man während des Aufenthalts kostengünstig telefonieren kann und nach dem Umzug gleich erreichbar ist.
    Tipp: Ins Internet kommt man – zumindest in Nordamerika – problemlos, da es viele kostenfreie WLAN-Hotspots an öffentlichen Plätzen sowie Restaurants, Cafés und Bars gibt. Wenn man dann eine Sim-Karte kauft, ist darauf achten, welche (positiven) Sonderkonditionen ggf. bei Verbindungen ins Ausland angeboten werden.
  • Besuch des Rathauses, um Informationen zur Wohnsitzanmeldung einzuholen
  • Kontoeröffnung bzw. Informationen einholen, welche Unterlagen dazu benötigt werden (Achtung: ein Konto kann in den meisten Fällen nur dann eröffnet werden, wenn man bereits einen Wohnsitz im Zielland hat.) Wichtig: Unbedingt über Konditionen informieren hinsichtlich internationaler Banktransfers.
  • Der/Die mitreisende Partner/in sollte die Gelegenheit nutzen, vor Ort Karrierecenter (zum Beispiel Universitäten haben solche Einrichtungen) oder Employment Services persönlich aufzusuchen, um aus erster Hand Informationen für die Jobsuche zu erhalten.

Noch zwei wichtige Hinweise zum Abschluss

  1. Falls das Kind/ die Kinder bei der Erkundungsreise nicht mitkommen: Unbedingt alles dokumentieren, auch mit Photos. So kann man dem Kind beschreiben und zeigen, welche spannenden Abenteuer im Ausland warten.
  2. Sicherlich finden sich viele der oben beschriebenen Informationen auch im Internet. Man kann viel recherchieren und auch ich habe vor meinem Look-and-See-Trip nach Kanada online viele Informationen gesammelt. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Die besten Informationen erhält man immer noch direkt vor Ort.

6 Gedanken zu “Für drei Tage nach Übersee – Geldverschwendung? Im Gegenteil!

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