Wunderminuten – über den Einklang von Karriere und Kind

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „Wunderminuten mit dir“ von Mini and Me teil. Natürlich habe ich dabei nicht den Fokus meiner Seite vergessen. Aber vermutlich wird nicht auf den ersten Blick deutlich, wie ein Beitrag dieser Art zu Karrierepfade passt…

Kurz zur Erklärung…

Leider versuchen Frauen noch viel zu oft, in ihrer Karriere Kinder zu verstecken, im Lebenslauf die Elternzeit zu umschreiben, einfach nicht über die Kinder zu reden. Oder sie bekommen erst gar keine Kinder. Um nicht als „die Mutti“ abgetan zu werden, als Diejenige, die mit dem Herzen doch sowieso mehr Zuhause als bei der Arbeit ist. Es ist ein Manko der Gesellschaft, dass sich Kinder und Karriere bis heute immer noch nicht so vereinbaren lassen, wie es wünschenswert wäre. Dabei finde ich, dass es möglich sein sollte. Dass es möglich ist!

Ich könnte jetzt Beispiele aufzählen von Müttern, die in Teilzeit arbeiten (dürfen) und dennoch eine Führungsposition innehaben. Aber – diese Fälle sind selten. Seltener zumindest als Männer mit Führungsposition und Kind(ern). Ich will jetzt nicht in die langwierige und nervenaufreibende Diskussion über die berufliche Gleichberechtigung von Mann und Frau abrutschen. Hier soll und muss sich jede/r seine/ihre eigene Meinung bilden. Aber ich wollte zumindest kurz begründen, warum mir die Teilnahme an „Wunderminuten mit dir“ so wichtig ist.

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Mir wurde Anfang meiner Zwanziger immer nachgesagt, dass ich eine „Karrierefrau“ sei. Bis heute weiß ich nicht, woran das festgemacht wurde, außer, dass ich schon immer berufliche Ziele im Kopf hatte und diese auch nach außen kommuniziert habe.

Ich bin stolz auf das, was ich beruflich mache bzw. zukünftig noch machen will und woran ich hart arbeite. Aber mindestens genauso stolz bin ich, Mutter zu sein und ich genieße jeden Moment mit meiner Tochter in vollen Zügen. Denn die Zeit, die ich mit ihr verbringe, gehört wahrlich zu den wunderbarsten Momenten eines jeden Tages. Ich finde es unbeschreiblich entspannend, mit meiner Tochter zu spielen, zu toben, Quatsch zu machen, zu kuscheln, zu reden und und und. Und das Beste: In der gemeinsamen Zeit verschwende ich keinen Gedanken an die Arbeit, die Karriere, die Zukunft, den nächsten Artikel, den ich schreiben will. Es kommt mir einfach nicht in den Sinn.

In den gemeinsamen Wunderminuten gehört meine volle Konzentration meiner Tochter und ihren Bedürfnissen. Besonders jetzt, wo sie bald 3 Jahre alt wird, erlebe ich die Zeit mit ihr sehr intensiv. Ich beobachte sie beim Malen und Basteln, bei Rollenspielen, die sie von heute auf morgen begonnen hat und wie sie in ihrem kleinen Kopf eine Phantasie entwickelt, wie es einem Erwachsenen gar nicht mehr möglich ist. Wie sie mit Worten und Sätzen jongliert. Wie sie die tollsten LEGO-Türme baut. Wie sie Dinge, die sie nur einmal bei mir gesehen hat, mit einer Leichtigkeit kopiert und nachmacht.

Es fasziniert mich, wieviel ein kleiner Mensch in diesem jungen Alter schon gelernt hat und noch lernen wird. Und es ist so wichtig, denn dies legt den Grundstein für die Entwicklung und letzten Endes für die spätere Karriere, die auch mein kleines Töchterlein einmal machen wird.

Es beeindruckt mich, wie sie mich löchert mit ihren Fragen zum „warum“ und „wieso“, wie sie so langsam ein Zeitgefühl entwickelt und sich eine Zukunft ausmalt. „Wenn ich groß bin, darf ich dann auch arbeiten gehen?“ Natürlich weiß sie, dass Mama und Papa, während sie in der Kita ist, zur Arbeit gehen. Sie interessiert sich für das, was wir beruflich machen, lässt sich vom Papa Steine erklären und schaut sich gern das Bergbaubuch mit den großen Maschinen an. Unter meinem Beruf kann sie sich noch nicht viel vorstellen, aber das wird schon noch. Sie spielt jeden Tag selbst unterschiedlichste Berufe durch. Mal ist sie eine Köchin, dann wieder kümmert sie sich als Krankenschwester oder Ärztin liebevoll um kranke Kuscheltiere und Puppen, und dabei probiert sie immer wieder neue Dinge aus.

Ja, es sind wirklich Wunderminuten, die man mit dem eigenen Kind verbringt. Denn nicht nur meine Tochter lernt in der gemeinsamen Zeit viel von mir, sondern auch ich von ihr. Ich lerne wieder die unbedarfte Sicht auf die Welt kennen. Sie hält mir immer wieder vor Augen, wie man sich an einfachen Dingen erfreuen und mit wenig zufrieden sein kann. Dass man Dinge, wenn sie nicht gleich beim ersten Mal klappen, einfach immer wieder probiert. Auch die Empathie und Geduld, mit denen sie ihren Mitmenschen begegnet, sind bewundernswert. Fähigkeiten, die man so wunderbar auf den Arbeitsalltag und die Karriere übertragen kann.

Aus der Zeit mit meiner Tochter schöpfe ich Kraft, Energie und neue Ideen für meine eigenen Projekte. Nur durch das bewusste Abschalten von der Arbeit kann ich am nächsten Tag wieder frisch starten, habe einen neuen Blick auf die unterschiedlichsten Dinge und sehe Vieles klarer. Und hier schließt sich der Kreis, denn zwar habe ich auch vor der Geburt meiner Tochter an meiner „Karriere“ gearbeitet und hatte morgens klare Gedanken… Doch durch die gemeinsame Zeit mit meiner Tochter bekomme ich noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Dinge, was sich letztlich positiv auf meine Arbeit auswirkt.

2 Gedanken zu “Wunderminuten – über den Einklang von Karriere und Kind

  1. Pingback: Wenn die Zeit still steht… – Karriere*Pause | Karrierepfa.de

  2. Pingback: Wunderminuten mit dir: Wie ich es liebe, deine Mama zu sein (Blogparade) • MINI AND ME

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