Wie komme ich an einen Job im Ausland? – Teil 2: Motivationsschreiben

Erst kürzlich hatte ich Tipps und Hinweise für die Jobsuche in Nordamerika beschrieben. Hat man nun einen interessanten Arbeitgeber gefunden, bei dem man sich bewerben will, so sollten sowohl dem resume (amerikanischer Lebenslauf) als auch dem cover letter (Motivationsschreiben) besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Lea Barge fasst in ihrem Gastbeitrag die wichtigsten Hinweise für die Erstellung von Motivationsschreiben zusammen:

Es heißt, dass ein amerikanischer Arbeitgeber circa 15 Sekunden mit dem Lesen eines Motivationsschreibens verbringt – das ist nicht viel Zeit, um sich zu präsentieren und interessant darzustellen. Und gerade deshalb muss man schnell und direkt überzeugen. Ein Auslandsaufenthalt kann viele Türen öffnen, denn die dort gesammelten Erfahrungen sind für Arbeitgeber oft ein gern gesehener Punkt im Lebenslauf – und ein Indiz auf das Engagement und die Erfahrung des potenziellen Arbeitnehmers weit über die Sprachkenntnisse hinaus.

Wichtig ist bei einer Bewerbung in den USA zunächst die Recherche nach einem passenden Unternehmen. Auch allgemeine Voraussetzungen rund um Visa, Arbeitserlaubnis und co. sollten schon vorher grob abgeklärt werden. Ist das Wunschunternehmen schließlich gefunden, geht es an die Bewerbung.

Der wohl wichtigste Bestandteil der Bewerbung in den USA ist das Motivationsschreiben – der sogenannte Cover Letter. Im Cover Letter präsentiert man sich dem Wunschunternehmen und stellt sich vor. Um darin möglichst gut zu punkten, einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen und dem Traum vom Auslandsjob einen Schritt näher zu kommen, gibt es einige formale sowie auch inhaltliche Aspekte zu beachten.

Formale Aspekte: DO’s & DONT’s

Beim Motivationsschreiben ist es wichtig, sich an die formellen Vorgaben zu halten. Im ersten Schritt ist es sinnvoll, sich über Vorgaben des Wunschunternehmens zu informieren. Generell gilt, dass das Motivationsschreiben circa eine Seite lang sein sollte. Es sollte zielgerichtet, strukturiert und präzise formuliert sein. Auch grammatikalisch und stilistisch darf das Motivationsschreiben keine Fehler aufweisen: Deswegen lohnt es sich, das fertiggestellte Schreiben mehrmals zu überprüfen oder sich sogar professionelle Hilfe zu holen.

Des Weiteren sollte das Motivationsschreiben unbedingt in American English verfasst werden. Zu Beginn des Motivationsschreibens setzt man die Adresse des Bewerbers oben links oder rechts (je nach Präferenz), darunter das Datum und links darunter die Adresse des Adressaten auf das Dokument. Für das Datum werden in den USA die Schreibweisen “August 23 1990” (MONAT TT JJJJ) oder “08.23.1990” (MM.TT.JJJJ) verwendet. Die Anrede des Motivationsschreibens wird an die landesübliche Anredeform – Dear Mr./Ms. XY – angepasst.

Man sollte außerdem recherchieren, ob es für das Schreiben einen namentlich genannten Adressaten gibt. Ist dies der Fall, unbedingt persönlich anschreiben – denn in den USA wird besonders viel Wert auf die persönliche Kontaktaufnahme gelegt. Wenn kein Ansprechpartner zu finden ist, wird oft die Anrede „To whom it may concern:“ verwendet.

Ein wichtiger Unterschied zum deutschen Motivationsschreiben:

Die Anrede steht im Motivationsschreiben in den USA über der Betreffzeile. Diese wird dann folgendermaßen angegeben: [Re: Betreff (in fett, alternativ: unterstrichen)]. Die Betreffzeile ist im Motivationsschreiben jedoch kein Muss.

Die Einleitung

In der Einleitung des Motivationsschreibens stellt man sich dem Unternehmen vor und vermittelt einen ersten positiven Eindruck. Im Idealfall geht man direkt im ersten Satz auf das Unternehmen und die Wunschstelle ein. Der Leser erkennt: Da hat sich jemand Gedanken gemacht! Man nennt die Gründe, die zu der Entscheidung für genau dieses Unternehmen geführt haben und warum man eine Bereicherung für das Unternehmen darstellt. Im Allgemeinen ist zu beachten, dass die Einleitung nicht länger als einen Absatz des Motivationsschreibens umfassen sollte. Im Detail geht man dann im Hauptteil nochmal auf Qualifikationen, Stärken und die Gründe ein, warum genau man selbst der perfekte Kandidat ist.

Der Hauptteil

Für den Hauptteil des Motivationsschreibens gilt es, folgende Fragen zu beantworten:

  • Was zeichnet mich als Bewerber aus?
  • Was sind meine Fähigkeiten/ Qualifikationen?
  • Warum passe ich perfekt in das Unternehmen?

Besonders in den USA kann man sehr gut mit Selbstbewusstsein punkten: Hier gilt also nicht „Weniger ist mehr!“ – sondern ruhig etwas dicker auftragen. Natürlich sollte man auch nicht arrogant wirken, allerdings schadet selbstsicheres Auftreten nie.

Zusätzlich zu Informationen zum Bewerber und dem Unternehmen werden auch Informationen gerne gelesen, die mit kulturellen, sozialen oder sprachlichen Aspekten der USA verknüpft sind. Interkulturelle Kompetenzen, soziales Engagement und positive Leistungen können also direkt im Motivationsschreiben kurz aufgeführt werden.

Auch kann man damit punkten, vielleicht bereits einmal in den USA gewesen zu sein und somit schon einiges an Wissen mitzubringen.

Sollte man zum Zeitpunkt der Bewerbung bereits alle Visa-Formalitäten erledigt haben, lohnt es sich, dies ebenfalls im Anschreiben zu erwähnen. Das erleichtert nicht nur dem amerikanischen Arbeitgeber den Bewerbungsprozess, sondern vermittelt außerdem Eigeninitiative.

Der Schluss

Um das Motivationsschreiben perfekt abzuschließen, sollte man die im Hauptteil aufgezählten Aspekte auf die Wichtigsten reduzieren und diese noch einmal in einem Satz zusammenfassen.

Darauf folgen die Verabschiedung und die handschriftliche Unterschrift.

Achtung: Immer die passende, landesübliche und formelle Verabschiedung, wie zum Beispiel „Yours sincerely/faithfully“, wählen.

Als allgemeiner Punkt gilt für den Schluss des Schreibens: Der Schreiber möchte im Gedächtnis bleiben. Man sollte also den Abschlusssatz auf jeden Fall noch einmal nutzen, um zu punkten.

Ein erfolgreiches Motivationsschreiben für den Job in den USA

Wenn alle der oben genannten Aspekte berücksichtigt wurden, ist man auf einem guten Weg, seinen Traum vom Auslandsjob in den USA zu verwirklichen. Ein gutes Motivationsschreiben schreibt man aber nicht in 10 Minuten: Man sollte sich Zeit nehmen und sorgfältig recherchieren. Es ist wichtig, dass durch dieses Schreiben ein überzeugender und guter Eindruck vermittelt wird – denn das Motivationsschreiben bildet einen enorm wichtigen Teil der Bewerbung: Es ist der Türöffner zum Job.

 

Tipp:

Hier geht es zu Teil 1: Wie komme ich an einen Job im Ausland? – Tipps & Tricks für die Jobsuche in Nordamerika

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