Wie komme ich an einen Job im Ausland? – Tipps & Tricks für die Jobsuche in Nordamerika

Die Globalisierung macht’s möglich und so haben laut dem Online-Portal Statista acht Prozent der Deutschen für eine gewisse Zeit im Ausland gelebt und gearbeitet. Es kann ein Türöffner für lukrative Stellen in Deutschland sein, wenn man Berufserfahrung im Ausland gesammelt hat. Vor allem international tätige Unternehmen sehen dies gern und entsenden ihre Mitarbeiter/innen für begrenzte Zeit ins Ausland. Perfekt, wenn sich diese Chance bietet, denn dann muss man sich – außer in ein Flugzeug zu steigen – um recht wenig kümmern.

Doch wie sieht es aus, wenn man auf eigene Faust ins Ausland möchte?

Einen Job im Ausland zu finden, geht nicht von heute auf morgen. Es benötigt Zeit, Kraft und Energie. Regionale Bewerbungsformalitäten sind zu verstehen und einzuhalten, ggf. muss die Sprachbarriere überbrückt werden und natürlich muss man auch erst einmal ein passendes Unternehmen finden.

Den Teufelskreis durchbrechen

Eine erste Hürde besteht schon einmal darin, überhaupt eine Arbeitserlaubnis zu erhalten. Denn diese bekommt man natürlich nur dann, wenn die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt gut aussehen bzw. man nachweisen kann, dass ein Arbeitgeber dazu bereit ist, einen einzustellen. In Kanada oder den USA benötigt man in der Regel eine feste Stellenzusage, um eine Arbeitserlaubnis beantragen zu können (Quelle: career-contact.net). Wie aber findet man den (richtigen) Arbeitgeber?

Die Suche nach dem potentiellen Arbeitgeber

Zunächst erst einmal muss man sich einen Überblick in einem vermutlich völlig unbekannten Arbeitsmarkt verschaffen. Was hierbei helfen kann:

1. Jobsuchmaschinen

Die gängigsten Online-Jobbörsen für Nordamerika sind indeed, monster, careerjet und renego, für die teilweise länderspezifische Adressen aufzurufen sind: z.B. ca.indeed.com vs. indeed.com. Darüber hinaus gibt es für die USA und Kanada regionale oder berufsspezifische Jobsuchmaschinen.

In Online-Jobbörsen können individuelle Suchaufträge gespeichert werden. Per E-Mail wird man regelmäßig über passende Stellenangebote informiert, auf die man sich ggf. direkt bewerben kann.

Aber auch, wenn man sich nicht auf die vorgeschlagenen Stellen bewirbt, lohnt es sich, das in der Ausschreibung genannte Unternehmen zu notieren. So füllt sich nach und nach eine Liste an Unternehmen, die man zu gegebener Zeit kontaktieren kann.

2. (Über)regionale Tageszeitungen

In Tageszeitungen werden ebenfalls Stellen inseriert, zum Teil auch online. Wenn man also bereits eine Region oder Stadt ins Auge gefasst hat, kann es eine Idee sein, auf der Website der entsprechenden Tageszeitung nach Jobinseraten zu recherchieren.

3. LinkedIn

LinkedIn ist ein berufliches Netzwerk, welches vor allem in Nordamerika sehr stark genutzt wird – ähnlich wie Xing für den deutschsprachigen Raum. Hier sollte auf jeden Fall ein Profil angelegt und gepflegt werden, natürlich in englischer Sprache (Achtung: American English vs. British English beachten). Networking, wenn es richtig betrieben wird, ist oftmals das A&O für eine erfolgreiche Stellensuche. Man sollte sich nicht scheuen, Personen mit interessanten Profilen Kontaktanfragen zu schicken, natürlich immer mit einer Begründung der Anfrage.

4. Internationale Netzwerke

Für Expatriates und Interessierte gibt es unterschiedlichste Online-Plattformen zum Kennenlernen, Netzwerken und für gegenseitigen Austausch. Eines davon ist InterNations mit verschiedenen Communities in 390 Städten weltweit. Dort kann man sich super vernetzen und es werden gemeinsame Events bzw. Aktivitäten organisiert. Im Netzwerk finden sich viele wertvolle Berichte und Artikel über das Leben und die Arbeit im Ausland.

5. Das eigene Netzwerk aktivieren

Wie bereits erwähnt, ist das eigene Netzwerk sehr wichtig. Möglicherweise arbeiten Freunde oder Bekannte in Unternehmen mit Standorten im Ausland? Vielleicht war schon der beste Freund oder die Tante im gewünschten Zielgebiet und kann Tipps geben?

6. Internationale Unternehmen mit Standorten in Deutschland und weltweit

Immer mehr deutsche Unternehmen haben Standorte im Ausland. Wenn man für eine begrenzte Zeit im Ausland arbeiten möchte, ist es also sinnvoll, sich bei solchen internationalen Unternehmen zu bewerben. Viele dieser „Global Player“ stellen Trainees ein. Im Rahmen dieser Programme ist in der Regel ein 6-12 monatiger Auslandeinsatz vorgesehen.

7. Vermittlungsprogramme

Vor allem nach dem Schulabschluss oder während des Studiums gibt es zahlreiche Möglichkeiten, einen Job im Ausland zu finden. So bieten viele Unternehmen Praktika oder Ferienarbeit an. Auch Work and Travel-Programme sind eine gute Gelegenheit.

Die andere Bewerbungskultur verstehen

Hat man ein Unternehmen gefunden, bei dem man sich bewerben will, so steht man vor der nächsten Herausforderung: Die entsprechende Bewerbungsetikette ist einzuhalten. Und diese ist nicht nur von Unternehmen zu Unternehmen, sondern insbesondere auch länderspezifisch unterschiedlich. So wird zum Beispiel im (nord)amerikanischen Lebenslauf – dem resume – auf Portraits und persönliche Daten verzichtet. Wichtiger ist es vielmehr, die eigenen Leistungen zu beschreiben und diese am besten noch mit Zahlen zu untermauern.

Fazit

Berufserfahrung im Ausland kann Türen öffnen und eine ganz neue Richtung des eigenen Karrierepfades ermöglichen. Jedoch ist die Jobsuche im Ausland auch mit einem nicht zu unterschätzenden Aufwand verbunden. Hat man einmal einen Job gefunden und dann auch noch eine Arbeitserlaubnis erhalten, kann das Abenteuer Ausland starten.

Zur Beruhigung: Es gibt nicht Wenige, die vor der gleichen Herausforderung stehen oder diese bereits erfolgreich gemeistert haben. Der Mut, diese Personen zu kontaktieren und nach ihren Erfahrungen zu befragen, wird sicherlich mit hilfreichen Tipps & Tricks belohnt.

Diesen Beitrag habe ich am 08.11.2016 als Gastbeitrag auf dem Blog von richtiggutbewerben.de veröffentlicht.

5 Gedanken zu “Wie komme ich an einen Job im Ausland? – Tipps & Tricks für die Jobsuche in Nordamerika

  1. Pingback: Alle Jahre wieder…Vorsätze und nichts dahinter?! | Karrierepfa.de

  2. Pingback: Wie komme ich an einen Job im Ausland? – Teil 2: Motivationsschreiben | Karrierepfa.de

    • Danke. Ja, den Effekt des Networkings – auch bei der Jobsuche in Deutschland – sollte man nicht unterschätzen. Bei InterNations bin ich seit geraumer Zeit angemeldet, für die Jobsuche allerdings fand ich es bisher noch nicht sehr hilfreich. Da erreicht man auf LinkedIn mehr Personen…

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      • Beim nächsten Gang ins Ausland werde ich dort dann ebenfalls einmal vorbeischauen. Sieht interessant aus! LinkedIn kann ich tatsächlich aus eigener Erfahrung ebenfalls empfehlen. In einer Gruppe dort habe ich damals zu meinem Auslandsjob gefunden. Man muss einfach Augen & Ohren offen halten.

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